Last but not least

Samstag, 21.06.2014

Mein letzter Blogeintrag aus Südafrika!

Und es fühlt sich gut an, nicht nur weil morgen schon Mama und Papa kommen, sondern weil es eine wunderbare Zeit war und ich sie in vollen Zügen genossen habe. Aber dazu habt auch ihr beigetrage! Mit 3214 Besuchern und vielen Kommentaren habt ihr mir immer das Gefühl gegeben, dass ihr an mich denkt, mich unterschützt und teilnehmt. Das hat mir oft geholfen und mir sehr gut getan.

Ich freue mich wahnsinnig euch schon ganz bald wieder zu sehen. Ich verlasse diesen Land, so weit ist es zwar noch nicht ganz, mit einem guten Gefühl. Das halbe Jahr hat mir ausreichend Zeit gegeben, in Ruhe anzukommen sowohl bei mir selbst als auch bei Land und Leuten, um mich dann voller Neugier in all das was auf mich gewartet hat zu stürzen und mich nun wieder auf zu Hause zu freuen. Aber jetzt freue ich mich erstmal morgen Mama und Papa in Empfang zu nehme und mit ihnen gemeinsam noch 20 tolle Tage zu verbringen. Ich habe ja schon erste Erfahrungen als Reiseleiterin sammeln dürfen und hab mir auch jetzt die größte Mühe gegeben, auch ihnen eine uvergesliche Zeit in Südafrika zu bescheren. Denn ohne Sie wäre ich sicherlich in vielerlei Hinsicht nicht hier :-) 

Also meine Lieben, macht euch auf baldiges feste und lange drücken bereit, ich hoffe ich trete Niemandem zu nahe, und bis BALD!!!!

 

Ein Land der Gegensätze

Mittwoch, 21.05.2014

Eine bessere Überschrift ist mir für diesen Blogeintrag wahrlich nicht eingefallen! Nachdem die Mädels wieder abgereist sind bin ich in das neue Projekt macinedane gestartet ! Was ich in den letzten Wochen alles erlebt haben, fällt mir zwar schwer in Worte zu fassen aber ich gebe mir nachfolgend die größte Mühe!

Die Zeit mit Uti und Chrischi war überragend! Wundert euch nicht wenn ich in diesem Zusammenhang niemals das Wort "Urlaub" verwende, denn wir waren uns sehr schnell einig, dass das mehr als Urlaub ist. So also das Motto unseres 10- tätigen adventure roadtrip. Und ihr könnt euch sicher sein, dass dieser Trip seinem Namen gerecht wurde.

 

Nachdem wir die Wiedersehensfreude verdaut hatten, habe ich Ihnen meine beide bisherigen Projekte zeigen. Der Tag im Township war besonders beeindruckend (ich hoffe mein Wortschatz verfügt über ausreichend Adjektive :-) ) An dieser Stelle möchte ich mich von ganzen Herzen bei all den Spendern bedanken, die meinem Aufruf gefolgt sind und nicht nur den zahlreichen Kindern, sondern auch uns einen unvergesslichen Tag bescherrt haben. Nachdem wir ein toystore geplündert haben, viel mehr als zwei Kisten Duplo mit großem und kleinem Fuhrpark, ein bisschen Kitsch für die Mädels und 25 Bälle sowie 10 Hullahup Reifen, hätte in den allzeit zuverlässigen Polo auch nicht hinein gepasst. Ich hab uns vorher schon im Kindergarten angekündigt aber die Erzieherinnen haben den Kids nichts verraten weil sie meinten, die wären sonst zu aufgeregt gewesen. Dort angekommen wurden wir mit lautem "Teacher, Teacher" begrüßt und die Freude über unser e Geschenke war riesengroß. Nachdem sie mir dann auch lautstark unter Beweis gestellt haben, dass sie Aramsamsam nicht vergessen haben, ist Lucy, eine Erzieherin, noch mit uns durchs Township gefahren. So konnten wir auch den Kindern eine Freude machen, die leider nicht zur Schule gehen können. Für uns allein wäre das nicht möglich gewesen, zu gefährlich. Leider habe ich in den letzten Wochen auch diese Schattenseiten des wunderschönen Landes oft mitbekommen. Einige meiner Mitbewohnerinnen wurden beklaut aber auch viele Einheimische haben ausführlich von der Kriminalität berichtet und auch ich hab es ja schon am eigenen Leib erfahren. Trotzdem habe ich keine Angst, meine Devise lautet, Vorsicht ist geben und Gelegenheit macht Diebe. Aber Lucy ist dort aufgewachsen und kennt Alle und war bestimmt auch ein bisschen stolz sich mit uns präsentieren zu dürfen. Was wir dann erlebt haben, hat unser aller Herz berührt. Die Kinder die mit einem Ball etwas anzufangen wussten haben direkt drauf los gespielt und dann gab es aber auch diejenigen,die offensichtlich nach nie mit einem Ball gespielt haben. Den haben Uti und Chrischi dann gezeigt wie das runde Ding funktioniert. Ich fungierte an dieser Stelle eher als Fotografin. Leider ist die Ausbeute der Fotos sehr übersichtlich weil die SD Karte kaputt gegangen ist aber ein paar Fotos hatten wir zum Glück auf dem Handy.

 

Wir wussten aber auch immer wieder die ladschaftlichen und kulinarischen Seiten Südafrikas zu schätzen wie z.B. beim winetasting und wandern.

 

Unsere fünftägige garden route hielt neben wunderschönen Naturschauspielen, vielen mir bisher nur aus Film und Büchern bekannte Tiere, tollen Menschen und viel Spiel Sport und Spannung bereit! All dies dürft ihr wörtlich nehmen. Ein Highlight waren sicherlich die Delphine die wir am plettenberg bay beobachten konnten. Als wir uns dann dann bis zu den vordersten Felsen durchgearbeitet haben, konnten wir die Tiere aus 100 Metern Entfernung sehr gut beobachten.

   

Am darauf folgendem Tag haben wir uns in die Fluten gestürzt

  

Und weil das an Abenteuer noch nicht genug war, haben wir dann nicht die ausgewiesenen Straße genommen, sondern die durch die Berge. Das diese nicht geteert ist, wussten wir. Das sie aber insgesamt 60km lang ist, nur aus Schotter und Schlaglöchern besteht und gleichzeitig eine Passstraße ist, war uns nicht bewusst. Das wir dann allerdings mitten in den Bergen auch noch in ein Gewitter geraten, war ein bisschen zu viel des Guten. Ich brauche eigentlich nicht erwähnen, dass es dort wenig Zivilisation und geschweige denn Handyempfang gibt.

 

Nach weiteren 100 Kilometern sind wir dann endlich am „Hostel“ angekommen. Dort begrüßte uns Susann mit den Worten "Francesca, schön das du da bist. Leider haben wir z.Z. kein Strom". Dennoch oder gerade deshalb haben wir uns dort pudelwohl und spontan einen Tag verlängert. Am nächsten Tag wollten wir dann ganz Afrikanisch ein Braii veranstalten. Spontan sind noch Didi und Jochen aus Bielefeld dazu gekommenen und haben Susann, die vor 1 Jahren aus Kassel ausgewandert ist, und uns Gesellschaft geleistet. Marcel aus der Schweiz haben wir Asyl gewährt :-)

 

Nach dieser aufregenden Zeit haben wir uns dann auf die touristischen Dinge in Kapstadt gut einlassen können und jetzt sind sie schon wieder ein Woche weg:-(  

 Lions Head

Lange Zeit zum traurig sein hatte ich nicht denn gleich am nächsten Tag bin ich schon ins neue Projekt gestartet. Roger hat mich und Andi sehr freundlich empfangen und uns zum Einstieg eine Powerpoint Präsentation gezeigt, auf die er sichtlich stolz war, wir mussten ein wenig schmunzeln. Aber Grundsätzlich ist die Einrichtung, die viele verschiedene Arbeitsfelder hat, sowohl fachlich als auch Materiell recht gut aufgestellt. Die MitarbeiterInnen leiten Kurse in denen sie praktische Dinge wie Kochen, Putzen und Pflege vermitteln. Ziel soll es sein, dass die Teilnehmer, die in der Regel keine Ausbildung oder ähnliches haben, in Arbeit vermittelt werden können wie zum Beispiel in private Haushalte. In Südafrika gehört es zum guten Umgang, dass Weiße oder Wohlabende eine Haushälterin beschäftigen, ob sie diese nun brauchen oder nicht. Von diesen "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ gibt es eine ganze Menge. Es gibt sie im Supermarkt an der Kasse, dort werden deine Einkäufe einpackt, natürlich gibt es auch Tankwarte, Parkplatzeinweiser und von den Baustellen ist ganz zu schweigen....

Ein weiteres Handlungsfeld sind die Comunity Care Worker, HIV Beratungs- und Hilfezentren sowie diverse Projekte. In der ersten Woche waren wir mit Krankenschwestern und Careworkern in Schulen und haben dort die Kinder mit Vitamin A versorgt. Die Careworker gehen aber auch in die Townships und versorgen Hilfsbedürftige. 

Die Einrichtung hatte bisher noch nicht viele Volunteere, sodass sie jeden Tag spontan entscheiden was wir machen könnten, dass bedeutet auch, dass das mit Wartezeiten verbunden ist aber auch sehr spannend ist. So durften wir zum Beispiel eine Drogenberatung besuchen und nicht nur hier sondern auch in vielen anderen Situationen muss ich immer wieder feststellen, dass die Mitarbeiter auch vom professionellen Ansatz ca. 20 Jahre zurück sind. Sicherlich gibt es hier auch viele kulturelle und strukturelle Bedingungen, die eine solche Arbeitsweise erforderlich machen. Das sieht man auch daran, dass viele wichtige Aufgaben von Krankenschwerstern übernommen werden, was bei uns sinnvollerweise Sozialarbeiter oder Psychologen machen. Sehr spannend!

Aber der beeindruckendste Tag war mit Abstand gestern. Morgens waren wir beim Team wo eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation für sexuell Missbrauchte Kinder über ihre schwierige Arbeit berichtet hat. Als sich eine rege Diskussion ergeben hat, habe ich meinen Mund nicht mehr zu bekommen. Ich war fassungslos was die Menschen zu berichten haben. Diese Erzählungen betreffen sowohl ihr privates als auch berufliches Umfeld. Wie viele von denen schon persönlich mit sexuellem Missbrauch zu tun hatten und wie verzweifelt sie sind weil sie nicht wissen wie sie damit umgehen sollen und an wen sie sich wenden können. Hier gibt es keine Strukturen geschweige denn Meldeverfahren und der Polizei wird auch misstraut, sodass Selbstjustiz an der Tagesordnung ist. Eine Frau hat berichtet, dass sie Nachbarn dazu aufgefordert hat, den Täter der sich immer noch im Umfeld des Kindes aufhält mit Benzin zu übergießen und anzustecken. Auch Steinigungen und Erdhängungen gehören dazu. Und das sind keine Schauerdmärchen, sondern bittere Realität. Eine andere Möglichkeit mit der traurigen Realität von 16 angezeigten Fällen in einem Bezirk des Townships umzugehen ist, dass die Eltern der missbrauchten Kinder zum Täter gehen und von diesem Geld verlangen, so der Sargente. Hinzu kommt noch, dass die Kinder dann oftmals mit HIV infiziert werden. Ich weiß auch, dass es viele tragische Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland gibt aber was mich so schockiert hat ist die Handlungsunfähigkeit der betroffenen Eltern, Kinder aber auch der Professionellen.

Aber es gibt auch immer wieder viel zu lachen:

   

Nach diesem aufreibendem Vormittag sind wir dann am Nachmittag mit einer Sister und einem Student ins Township gefahren um dort Kondome zu verteilen. Das hier Sex einen anderen Stellenwert hat, habe ich schon oft festgestellt aber das Kondome verteilen, Kondom Boxen mit jeweils 100 Stk. Bedeutet, wusste ich nicht. Ich doofi hab noch vorgeschlagen, die Boxen zu öffnen, um die Kondome einzeln zu verteilen. Ich wurde belächelt. Heute weiß ich auch warum. Die Menschen im Township haben ca. fünfmal Sex am Tag. Was sollen sie auch sonst machen wenn sie Langeweile haben??? So kommt es zu Stande, dass wir in 2,5 Stunden 24.000 Kondome verteilt haben.Die Begegnungen mit den Menschen waren lustig, rührend und sehr interssant aber das wohl nicht nur für mich. Auch die Männer, die Größtenteils den ganzen Tag auf der Straße herumlungern und viel trinken waren etwas irritiert als ein junges weißes Mädel aus dem Auto ruft "Hey Gys, do you want some Condoms"?

Zwischendurch mussten wir das kleine Auto meiner Kollegin nochmal beladen. Dabei ging es vorbei an einer Art Marktplatz wo es eine Hühnerverarbeitungsstraße oder wie auch immer man das nennen soll, gibt. Am Anfang steht das Auto vollgestopft mit lebenden Hühnern, Stand zwei schneidet den Hals durch oder so, dann gehts weiter ins heiße Wasser, anschließend wird gezupft, ausgenommen und ALLES verkauft. Eine neue Diätstratgei für mich:-) 

Trotz das ich jetzt schon fast fünf Monate hier bin, komme ich oft aus dem Staunen nicht mehr raus und werde viele Eindrücke wohl mein Leben nicht mehr vergessen.

Danke für's zuhören:-)                    

 

Ich Lebe noch…

Freitag, 02.05.2014

  D

 table view

afrikanisch dinnieren

muizenberg...bei Sonnenaufgangtraumhaftund wer ganz genau hin sieht erkennt die Delphineund wer ganz genau hin sieht erkennt die Delphine

 wichtiger wahnhinweis!Simons town...mit netten Begegnungen

table Mountaintable mountain mit Blick auf Kapstadtposing :-) atemberaubendthe Blick auf cams bay

Wein fest

Cape towntable moubtainthe rockcams bay

crystal pools, eine wunderbare Abkühlung

Rugby

bangoons

 …und das sogar sehr gut! Daran hat sich nämlich im Laufe der Zeit nichts verändert. Mir geht’s nach wie vor sau gut Mein Bergfest oder meinen Bergtrauertag habe ich schon hinter mir aber ich genieße die Zeit hier weiterhin in vollen Zügen. Manchmal habe ich Angst, dass ich gar nicht alles aufsaugen kann. Ich erlebe so viel, lerne tolle Menschen kennen, entdecke ein wundervolles Land und genieße das Leben. Wenn ich an manchen Tagen Tagebuch schreibe, was ich mehr oder weniger gut durchhalte, denke ich, heut ist doch gar nicht viel passiert aber dann lag ein aufregender Arbeitstag hinter mir oder ich habe beim Joggen Jemanden kennen gelernt oder wir haben abends schön zusammen gekocht. Es gibt keinen Tag an dem nichts passiert, so zumindest mein Empfinden. Im Moment stecke ich in Planungsvorbereitungen denn morgen kommen Uti und Chrischi.Eendlich!!! Jetzt ist es soweit aber es kommt mir immer noch ein bisschen unwirklich vor aber wenn ich sie morgen ganz fest drücke werde ich es wohl realisieren. Meine Arbeit im Kinderheim ist auch schon vorüber und wenn die Mädels dann leider wieder weg sind:-( fange ich im Streetwork Projekt an, davon werde ich euch sicherlich auch irgendwann berichten Leider haben wir in der letzten Zeit auch schon ein paar unschöne Erlebnisse mit den Menschen in diesem Land gehabt. Zum Glück ist nie was wirklich schlimmes passiert aber mich bringt das immer wieder ein Stück zurück in die Realität und ich glaube, das ist gut so. Angst verbreiten ist nicht so mein Ding aber es erinnert mich immer wieder daran, dass man sich einfach an gewisse Spielregeln halten muss. Gestern habe ich nach dem Joggen am Strand, bei einem Glas frisch gepressten Orangen Saft (ja, das Leben kann so schön sein) eine Belgierin kennen gelernt. Die hat hier ein Gästehaus und ein Cafe und mir dann auch von den Schwierigkeiten mit ihren Angestellten berichtet. Da treffen einfach zwei Kulturen und Lebensweisen aufeinander, die viel Geduld und Regeln benötigen aber auch manchmal nicht funktionieren. Auch hat sie erzählt, dass vor zwei Tagen ein junger Belgier (27 Jahre) hier in Strand auf offener Straße erschossen wurde, Hintergründe sind noch nicht bekannt. Wir wollten unsere letzte Mountainbike Tour allein gestalten. Wie es dann nun mal so ist, hatte ich nen Platten aber selbst ist die Frau und wechselt den Reifen, an einem vermeidlich sicheren Ort. Dann wurden wir ausgeraubt. Ich hab geistesgegenwärtig meine Tasche noch halten wollen und habe mich darauf gestürzt, im Nachhinein total bescheuert denn der Kerl hatte nen Messer mit, ist polizeilich bekannt und gewalttätig. Im Endeffekt hat er nur ein iphone und Bargeld ergaunert aber so eine Situation hängt mir dann schon hinter her. Ich bin wieder vorsichtiger und skeptischer. So, jetzt bekommt ihr erst mal nen paar Fotos zu sehen. Da ich jetzt nicht nur stolze Besitzerin eines Tablets bin, sondern auch sämtlicher Adapter, könnt ihr die lang ersehnten Fotos bestaunen.

PS: Ich freu mich immer sehr über eure Kommentare, dass tut richtig gut. Danke für eure Anteilnahme! ♥

PPS: Da die Installationen des flash players nicht möglich ist, ich dies aber nicht akzeptieren konnte, habe in Stunden, und das ist kein Witz, damit verbracht, diese par Fotos hoch zu laden. Mehr ist also nicht drin...

Hallloooo

Mittwoch, 02.04.2014

Halllloooo nach Deutschland,

ich wollte mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben.

Wie ich gehört habe konntet ihr schon die ersten Frühlingstage genießen. Hier klopft allmählich der Herbst mit viel Regen und Wind an die Tür! Gut dass ich dicke Sockenvon Omi mitgenommen habe Aber zwischendurch haben wir auch wieder sonnige Tage, April der macht was er will, auch hier. Leider bin ich mal wieder krank, trotz aller präventiv Maßnahmen mit Vitamin Aufbaukuren etc., dass nervt ganz schön und schlägt ein wenig auf die Laune. Allerdings wundert es mich auch nicht wirklich weil mit Hand vor den Mund haben es die Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und sechs Jahren ja bekanntlich nicht so aber dazu später mehr. Dafür komme ich dazu Euch mal wieder einen Einblick in „mein neues Leben“ zu geben. Natürlich könnte ich euch aller Hand Ausreden auftischen warum ich jetzt erst wieder schreiben „148.700 Mails checken, eben noch die Welt retten…“ aber die beste ist sicherlich, dass mein Laptop schrott ist. Erst hab ich gedacht, shit happens aber dann habe ich gemerkt, was da alles dran hängt und das es doch ziemlich doof ist so ganz ohne. Der Tathergang lässt sich für mich immer noch nicht vollständig rekonstruieren aber das Ergebnis ist klar, Display schrott. So bin ich also jetzt stolze Besitzerin eines Tablets 

Momentan sind wir echt wenige hier in der Wohnung, sieben Mädels und ein“ Mann“, dadurch ist es recht ruhig. Dass ich das mal zu so einer Wohnsituation sage hätte ich auch nicht für möglich gehalten. So ändert sich die Perspektive Ein kleines Anekdötchen: Der letzte Mann hat leider keine 24std. hier ausgehalten und ist dann wieder in sein altes Projekt geflüchtet. 

Ich bin jetzt seit drei Wochen mit Alina im Kinderheim. Das ist nochmal ne ganz andere Hausnummer aber ich bin echt froh, dass ich dort nicht allein bin. An unserem ersten Arbeitstag hat uns die Managerin von Cotlands erklärt, wir sollten uns die Seele der Kinder wie ein Baum vorstellen. Gesunde Kinder haben einen festen Stamm mit ganz vielen Zweigen und „unsere Kinder“ haben nur ganz kleine kurze Zweige und mit jeder Umarmung und jedem Augenkontakt können wir dazu beitragen, dass die Zweige wachsen und dicker werden.

Zum Hintergrund der Einrichtung gibt es vielleicht noch folgendes zu sagen. Cotlands ist in Südafrika eine recht bekannte Organisation mit verschiedenen Einrichtungen. Wir arbeiten im Kinderheim mit integriertem Hospiz. Es ist aber auch kein richtiges Kinderheim, sondern eher ein „save place“ für quasi in Obhutnahmen. Die Kinder die zu uns kommen haben unvorstellbares erlebt und sind oft sehr krank. In den ersten Tagen habe ich meine lang verschollen geglaubten Emotionen wieder entdeckt, der Anblick der Kinder ist mir sehr nahe gegangen. Alleine die Optik der kleinen Menschen lässt erahnen was sie mitgemacht haben, abgemagert und unterentwickelt. Die Kinder von einem Monat bis sechs Jahren sind aus unterschiedlichen Gründen da, immer aber weil die Eltern sich nicht kümmern können oder wollen. Einige wurden auf der Straße gefunden, im Krankenhaus zurück gelassen, zur Adoption frei gegeben oder aus den Familien geholt weil sie Opfer von Missbrauch oder Verwahrlosung geworden sind. Oftmals haben die Eltern Drogen konsumiert oder tun dies immer noch. Hinzu kommen fast immer schlimme Krankheiten oder Behinderungen. Tragischer Weise kommen oft viele Punkte zusammen. Wir sollen jedes Kind so behandeln als wäre es HIV positiv und die meisten sind auch infiziert und haben Tuberkulose. Die anfängliche Distanz auf Grund von Unsicherheit und ein bisschen Unwohlsein konnte ich schnell ablegen weil ich festgestellt habe wie sehr alle Kinder Umarmungen und Kuscheln genießen. Leider kann ich euch keine Fotos zeigen weil keinerlei Aufnahmen gestattet sind, zum Schutz der Kinder. Es wird euch wahrscheinlich schwer fallen all dies vorzustellen, wobei die Einrichtung, die sich hauptsächlich aus Spenden finanziert, wirklich recht gut ausgestattet ist, sowohl personell als auch materiell. 

In der ersten Woche war ich nur damit beschäftigt all diese Eindrücke zu verarbeiten, zumal die Arbeitstage recht lang und anstrengend sind. Wir arbeiten von sieben Uhr morgens bis sechs Uhr abends und danach heißt es dann nur noch duschen, futtern und schlafen. Ich war dann auch direkt zu Beginn mit einem kleinen Mädchen (9 Monate, 4.4kg, HIV positiv, TB und etliche weitere Diagnosen) im Krankenhaus. Allein das Krankenhaus, Atmosphäre und Ausstattung ist schon kaum in Worte zu fassen und hat mich sehr beeindruckt. Dieses kleine Mädchen ist aber so abgemagert, dass wir keine Wehne zum Blut abnehmen gefunden haben, letzer Ausweg war dann Kopf. Nach dieser Prozedur wollte sie dann nur noch auf meinen Arm, ich war dann nach zwei Tagen Bezugsperson. Die Mitarbeiterin hat mir noch den Rest vom Krankenhaus gezeigt, Eindrücke die ich in meinem Leben wohl nicht mehr vergessen werde. Wartende, von Krankheit und Leid geprägt Menschenmassen die von weit her angereist sind, um kostenlos mit einem Arzt zu sprechen. Weinende von Verbrennung gezeichnete Kinder die bei dem ganzen Trubel schlafend auf dem Gang liegen….

Der Alltag sonst ist aber von vielen Windeln wechseln, zurzeit haben wir 21 Kinder, dauerndem Nase putzen, Baden usw. geprägt. Teilweise kostet es mich schon auch Überwindung weil es schlicht und ergreifend auch ekelig ist. Ich spare es mir es zu umschreiben aber ständig Kotze weg machen, Windeln wechseln und Nase putzen ist nicht nur schön und das dann vor dem Hintergrund, dass die Mäsue so krank sind und nicht nur zuckersüß. Wir haben natürlich auch ältere Kinder, z.Z. drei über dreijährige. Die testen natürlich Grenzen aus und wenn man dann gerade gereizt reagieren will, stellt man sich nur eine Sekunde vor, was sie wohl bisher erlebt haben und man betrachtet die Situation schon wieder ganz anders. Leider erfahren wir nichts über den Hintergrund der Kinder aber vieles lässt sich schon an Verhaltensweisen ableiten und erschreckt. Also Grundsätzlich bereichert die Arbeit wirklich meinen Horizont. Schade ist, dass die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen zum Teil etwas unmotiviert sind. Vieles kann ich auch verstehen aber ich erläuter euch jetzt nicht jedes wenn und aber sondern beschreibe die Situation kurz Bedeutet, mein analytisches Sozialarbeiter Ich bleibt mal kurz außen vor. Die letzte Wochenendschicht (Freitag, Samstag, Sonntag) war wirklich blöd. Die Mitarbeiterinnen, hauptsächlich Coloureds haben ne scheiß Stimmung verbreitet und waren unmotiviert. Das hat sich auf uns übertragen. Hinzu kam, dass sie die Kinder oft nur abgeschoben wurden, früh ins Bett und kaum was gemacht. Wir hatten auch das Gefühl, dass es ihnen nicht passt, wenn wir mehr machen als unbedingt notwendig. Dafür sind wir aber da, als zusätzliche Arbeitskräfte die Zeit haben die Flasche in Ruhe zu geben, zu knuddeln, zu spielen. Das ist auch eigentlich unser Auftrag. Hinzu kommt, dass sie auch uns gegenüber recht schroff und unfreundlich waren. Ich kann mir vorstellen, dass viele Faktoren zusammen gekommen sind, die ich auch teilweise nachvollziehen kann aber für uns war es trotzdem blöd. Wir haben daraufhin noch einmal erfragt was wir machen können und was nicht möglich ist und hoffen, dass es jetzt besser wird wobei der Aktionsradius schon sehr eingeschränkt ist. Wir wollten zum Beispiel mit zwei Kindern spazieren gehen, haben gefragt und dann auch das OK bekommen. Allerdings dachte die Mitarbeiterin, wir wollten lediglich auf dem Innenhof spazieren gehen, sodass wir dann unerlaubter Weise das Gelände verlassen haben war nicht der Plan. Das wär dann ja quasi wie Hofgang im Knast.

Aber ich lass mich natürlich nicht unter kriegen und versuche mir immer wieder vor Augen zu halten warum ich hier bin und wofür ich das mache. Die Kinder sind sehr dankbar und zeigen es mir mit einem fetten Grinsen und Lachen und es ist zauberhaft wie schnell sie sich etwas abgucken und lernen.

Ich habe mir gerade noch einmal meinen Bericht durchgelesen, hört sich ein bisschen pessimistisch und betrübt an. Das überträgt sich aber nur bedingt auf mein generelles Wohlbefinden. Aber es gehört eben auch dazu. Wär ja komisch wenn hier alles immer nur Himmelhochjauchzend wäre. 

Ich schicke euch ganz liebe Grüße und freue mich auch von Euch zu hören!

Siseko Pre-School

Freitag, 21.02.2014

 

Ein Tag im Kindergarten -  Mal anders!

Sone Erkältung hat auch eine positive Seite, ich versorge Euch mal wieder mit Informationen. Allerdings bin ich schon das zweite Mal krank, euer Mitleid ist an dieser Stelle angebrachtÜberrascht Aber so wie es bei uns eine Wintergrippe gibt, so gibt es in Südafrika eben eine Sommergrippe. Das ist kein Scherz, unsere Wohnung glich an manchen Tagen einem Nazareth. Aber jetzt zu den wichtigen Dingen.

Bevor es aber überhaupt erstmal richtig los geht startet der Tag hektisch. Zehn Leute teilen sich zwei Bäder und eine Küche, wollen essen, nochmal schnell aufs Klo und dann wartet auch schon Patricia unten vor der Tür, um uns abzuholen. Jan, der nun abgereist ist, ist uns allerdings nie in die Quere gekommen, waschen und frühstücken wird völlig überbewertet, ne Zigarette reicht.

Patricia:

Der Weg zur Pre- School dauert ca. 10min und geht vorbei an arbeitssuchenden, die darauf warten dass in der Regel Weiße sie mit auf ihren Pickup nehmen und als Tagelöhner für handwerkliche Tätigkeiten einsetzten. Dann geht’s quer durchs Township Asanda Village. Morgens um acht herrscht hier wildes treiben aber das hat wenig mit der Uhrzeit zu tun - hier ist immer was los. Das liegt zum einen daran, dass hier unfassbar viele Menschen auf kleinstem Raum zusammen leben, zum anderen aber auch mit der extrem hohen Arbeitslosigkeit. Diese liegt bei den 18- 25jährigen bei 40%.

       

Im Kindergarten angekommen  versammeln wir uns alle im „großen Gruppenraum“ und die Kinder, zwischen 8 Monaten und 6 Jahren, trudeln nach und nach ein. Hier hat noch Niemand etwas von festen Abholzeiten gehört. Die Kinder werden gebracht wenn sie wach sind. Immer mal wieder rücken die Eltern mit Toilettenpapier oder sonstigen nützlichen Alltagsgegenständen an obwohl auch in Südafrika die Zeiten der Bezahlung mit Naturalien eigentlich vorbei sind.

Unsere Küche:

Die Aussicht:

Mein Liebling:

und die anderen Süßen:

Die Misses:

Praktisches:

Unsere Nachbarn mit Blick in ihr "Haus" (nicht die Diebe s.u.):

obwohl wir kaum ein Wort miteinander gesprochen haben, freu ich mich wenn ich die Zwei sehe...

Faszination Nagelack:

Aber Weiß ist nicht Jedermanns sache:

 

 

 

 Die Schule der anderen Freiwilligen:

                    

Der Kindergartenbeitrag kostet im Monat 150ZAR (10€). Dies können oder wollen sich selbstverständlich nicht alle leisten. Oft stehen die Nachbarskinder neidisch am Zaun und lauschen dem wilden Treiben im Kindergarten.

Wir beginnen den Tag mit einem Gebet, bzw. 2,3,4 – 5 Gebeten. Das Vater Unser auf Englisch, Kosi, so etwas wie das Gegrüßt seist du Maria etc. Dabei sollen die Kinder ihre Hände falten und die Augen schließen. Dies klappt mal mehr und mal weniger gut, wobei das Beten eine sehr wichtige Rolle im Tagesablauf einnimmt. Der Glaube an Gott oder an wen auch immer ist sowieso ein spezielles Thema hier in Südafrika.

Grundsätzlich gehorchen die Kinder gut.

Ein Schelm wer böses dabei denkt:

naja oder sie können gut still sitzen aber das auch weil sie es gewohnt sind und von ihren Eltern kennen. In Südafrika kann Mann und Frau halbe Tage damit zu verbringen und rum zu sitzen und nichts zu tun.  Als ich mit meinen Freundinnen Uti und Chrischi gesprochen habe und Ute mich dann irgendwann fragt: „und was hältst du von den Erziehungsmethoden?“ Ich: „welche Erziehungsmethoden?“ Von dem Gedanken, mit gezielten pädagogischen Methoden zu arbeiten, sollte man schnell distanzieren, sonst würde es schnell deprimierend.

Regeln und Ordnung werden durch Lautstärke und „Körperkontakt“ vermitteln. Das Wort „schlagen“ möchte ich nur ungern in den Mund nehmen aber es geht teilweise schon rabiat zu.

Ja, ihr fragt euch sicherlich zu Recht wie ich damit umgehe und dabei wundere ich mich manchmal auch über mich selbst. Ich nehme es so hin und sehe es auch nicht als ein verletzendes Schlagen (es ist in der Tat eher ein schupsen, auf die Finger hauen oder kneifen), sondern vielmehr als „Hilflosigkeit“. Die Kinder kennen es auch einfach nicht anders, was dies Verhalten natürlich keineswegs entschuldigen soll. 

Wenn ich auf die Entwicklung unseres Bildungssystems zurück blicke und dabei an Papas Erzählungen denke, sah das in deutschen Schulen vor 30 Jahren nicht ganz anders aus bzw. schlimmer. Auch Südafrika und insbesondere Bildungsferne Schichten brauchen dafür einfach ihre Zeit, um diese Entwicklung selbst zu gestalten und mit zu erleben. Da bringt es einfach nichts wenn eine studierte Sozialarbeiterin kommt und ihnen erklärt wie sie die Früchte im Sommer ernten müssen wenn sie noch nicht einmal wissen wie die Samen gesät werden. Ich hoffe das hört sich nicht kapituliert an, versteht ihr was ich meine?

Dieser Gedanke lässt sich auf viele soziale Konflikte in Südafrika übertragen und hilft mir persönlich sehr dabei, die Dinge so anzunehmen wie sie im Moment nun mal sind und ich sie sicherlich nicht maßgeblich verändern werde. Auch die Rassenkonflikte, die es hier zweifelsohne immer noch gibt und sich über Generationen entwickelt haben und den Höhepunkt ihrer Grausamkeit unter dem Apartheid Regime gefunden haben, sind nicht mit einer Generation überwunden. Denkt nur mal an unsere Geschickte zurück. Wann wurde der zweite Weltkrieg beende? Wann ist die Mauer gefallen….

Mein selbst gestecktes Ziel ist es, einzelnen Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen auch durch kleine Geschenke eine Freude zu machen. Ich gebe etwas ab von meinem Reichtum, sowohl was meinen Wissenstand als auch meinen finanziellen Wohlstand angeht. So zum Beispiel bei Pumla, die „ Erzieherin“, mit der ich in eine Gruppe betreue. Bei ihr fehlt es tatsächlich oft  an Wissen. Pumla besucht gerade noch eine Schule für angehende Erzieherinnen in Cape Town und sie ist zum Glück dankbar für Tipps. 

Also nach dem Beten werden dann erst nochmal die Wochentage runter gerattert, Zahlen aufgesagt, bis es dann rüber geht in die andere Gruppe.

In den letzten Wochen ist in den Räumlichkeiten so einiges passiert, was möglicherweise auch mit unserem Einsatz zu tun hat. Es ist ein Durchbruch erfolgt, wobei man fairer weise sagen muss, dass der ganze Bauschutt und die Regale, aus denen u.a. rostige Nägel heraus gucken, noch im Raum liegen.

 Da ich aber schon letzte Woche angefangen habe diesen Bericht zu schreiben darf ich euch heute sagen, dass die Sache schon wieder gaaaannnnz anders aussiehtBrüllend Denn vergangenes Wochenende wurde bei uns im Kindergarten eingebrochen, um Strom zu klauen. Der Täter wurde schnell ausgemacht, es ist der illegal neben uns wohnende Nachbar und die Sache scheint äußerst dramatisch zu sein. Patricia gab mir aber den Tipp, diese südafrikanische Dramatik mit Vorsicht zu genießen und ich glaube damit bin ich ganz gut beraten. Sodass es jetzt einfach weiter geht wie vorher.

Aber ich schweife schon wieder vom Thema ab, sorry.

Der Austausch mit den sogenannten Misses, so rufen die Kinder die „Erzieherinnen“ und uns Teachern ist für mich persönlich sehr interessant. Allerdings werden alle Weißen im Township Teacher gerufen, dass ist echt witzig. Pumla, die ungefähr so alt ist wie ich und mit ihrem Freund im Township in einer Wellblechhütte lebt, während ihr Kind bei ihre Mutter wohnt, war ganz fassungslos als sie mein Alter erfahren hat und im Zuge dessen, dass ich weder Mann noch Kind habe und das alles obwohl ich Christ binUnschuldig Wir unterhalten uns gern über kulturelle Unterschiede und können die meisten Dinge mit einem Lächeln im Gesicht diskutieren.

Letztens waren wir zum Beispiel auf einem Spielplatz, bei der Verwendung dieses Worts sträuben sich mir die Nackenhaare. Also an dem Ort angekommen, an dem ein rostiges Karussell, eine Schaukel und eine Wippe übersäht von Müll vorzufinden war, haben die Kinder als Erstes ihre Schuhe ausgezogen und sind los gestürmt. Ich traute meinen Augen nicht und glaubt mir, ich bin in Sachen Hygiene deutlich entspannter geworden, alles andere wäre zwecklos. Der Boden übersäht mit Scherben, Müll und Allem was man sonst nicht mehr gebrauchen kann und die Kinder rennen mit Barfuß hier rum. Aber keine Sorge, der Verbandskasten wurde gleich Landestypisch auf dem Kopf mit zum Spielplatz transportiert. Es dauerte auch nicht lange bis wir die ersten Verletzungen versorgen mussten. Lucy, eine Aushilfe, hat uns begleitet und zog sich zum Versorgen der Verletzungen Einweghandschuhe an. Dies hat mich wiederum positiv überrascht.

Wie sich im darauf folgenden Gespräch heraus stellte, wissen die Erziehrinnen nicht, welches Kind HIV infiziert ist. Aber es lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass auch Kinder unsere Gruppe den Virus in sich tragen. Die Eltern begründe ihr Schweigen darüber mit  Privatsphäre, wahrscheinlich aus Angst vor Ausgrenzung. Daher ist im Umgang mit den Kindern und solchen Verletzungen Vorsicht geboten. Ich frage Pumla und Lucy wie sie mit Sexualität und HIV umgehen. Pumla ist diesbezüglich selbstbewusst,  gut aufgeklärt und offen mir gegenüber, Lucy hält sich zurück. Pumla sagt, sie würde immer ein Kondom verwenden denn ihr Körper gehöre ihr und sie wolle weiter leben. Sie habe aber auch die Erfahrung gemacht, so sagt sie, dass die Männer keine Kondome benutzen wollen und Frauen bzw. Mädchen dann einknicken. Aber die Gefahr, sich mit dem tödlichen Virus zu infizieren, sieht sie noch ganz woanders. Nämlich darin, dass wenn ein Partner, sie spricht ausschließlich von Männer, fremd geht und dann das Virus mit nach Hause bringt und somit die Frau oder den Mann unwissentlich ansteckt.  So würde HIV oft unwissentlich weiter gegeben.

Sex hat hier sowieso einen ganz anderen Stellenwert. Die Mädchen werden oft schon mit 14 schwanger. Patricia erzählt von einem 13-jährigen Jungen der in einer Straße zeitgleich drei Mädchen geschwängert hat. Mir kommt es manchmal so vor als habe Sex und Schwangerschaft auch was mit Status und Selbstwert zu tun und daher waren sie wahrscheinlich alle so schockiert, dass ich weder Mann noch Kinder habJ Auch Prostitution oder Drogenmissbrauch beschreibt Pumla nicht als größte Infektionsgefahr.

Wer mag kann jetzt eine Pause machen und den Rest morgen oder wann immer er mag lesen. Ich weiß, dass es für euch angenehmer wäre immer ein bisschen zu lesen aber jetzt habt ihr die Möglichkeit, das für euch selbst zu regelnKüssend

So, zurück zu den Kindern. Diese sind wirklich verhältnismäßig gut gekleidet und haben alle ein Butterbrot dabei, dass habe ich in Deutschland auch schon anders erlebt.

Den Tag haben wir grob in zwei Blöcke unterteilt. Den ersten Teil übernimmt Pumla

z.B. mit Zahlenlehre oder dem Alphabet. Nach der Aufräumaktion haben wir aber auch noch ein Buch gefunden, welches unterschiedliche Oberthemen für die Woche vorschlägt, diese übernehmen wir jetzt. Den zweiten Block übernehme ich. Der ist dann eher spielerisch und kreativ. In der ersten Zeit saßen die Kinder den  ganzen Tag nur im Kreis und haben quasi Lehrinhalte vermittelt bekommen und waren gänzlich überfordert zumal die Gruppe derzeit noch aus 37 Kindern bestand.  Diese waren zwischen 4-6 Jahren und die Leistungsunterschiede sehr groß. Jetzt haben wir nur noch die 5- und 6-jährigen und die Gruppengröße ist auf 25 geschrumpft, deutlich angenehmer.

Was ich vorher nicht wusste, die Kinder können kaum englisch und Pumla muss somit fast alles übersetzten. Das ist manchmal schade weil ich mich dadurch weniger einbringen kann. Dafür ist es aber auch wieder spannend weil ich merke, was ich alles über Blickkontakt und Körpersprache vermitteln kann.

Um halb zehn ist dann Frühstückspause, vorher wird natürlich gebetet

 

 

und seht selbst was dann aufgetischt wird:

 

Danach stellen sich die Kinder in eine Ecke und halten sich die Augen zu. Warum? Weil man dann nicht sprechen kann. In der Zeit entfernen wir Reiskörner, Hänchenschenkel und Brotkrümel mit einem Besen vom Teppichboden (Hygiene!!!).

 

 

 

Danach gehen erst alle Mädels aufs Klo, dann die Jungs und danach wird abgezogen! Das war mir in der Anfangszeit allerdings auch nicht bewusst, genauso wenig dass die Tür nicht zu schließen ist und wir sprechen hier nicht von zu schließen im Sinne eines Schlüssels sondern die Tür zu machen. Und dass man auch von draußen in den Toilettenraum kommt, wusste ich auch nicht und jeder der mich kennt weiß, wie viel ich trinke und was daraufhin folgt. Dieses Verhalten musste ich den Lebensbedingungen etwas anpassen.

Einen Wasserhahn gibt es auf der Toilette nicht. Dafür steht in der Gruppe diese Wanne in der sich die Kinder dann die Hände waschen. Das Wasser wird morgens eingelassen und abends wird darin dann das Handtuch gewaschen, an dem sich die Kinder die Hände abtrocknen. Leider hab ich einen Wechsel dieses Handtuchs noch nicht miterleben dürfen…

So, nun zum kreativen Part des Kindergartenalltags der mir freundlicher Weise übertragen wurde. Gut, dass ich mich noch ein wenig an meine Kindergartenzeit erinnern kann und die Kinder wirklich mit Kleinigkeiten glücklich zu machen sind. So haben wir zum Beispiel, jeder von euch wird sich wahrscheinlich gleich erinnern, ein Blatt Papier bemalt, dann ein paar mal gefaltet und anschließend Figuren und Symbole hinein geschnitten. Sowohl die Kinder als auch die Erzieherinnen waren fasziniert. Ich war ein bisschen erschrocken denn selbst das Halten eines Stiftes schien schwierig zu sein, von der Schere ganz zu schweigen. Aber auch dann ist es toll die interessierten und gebannten Blicke zu spüren und den Drang danach es doch selbst einmal auszuprobieren. Auch die Tüte mit den Scheren lag in der tiefsten Ecke rum und dies macht mich dann auch manchmal traurig und ich fühle mich ein bisschen hin und her gerissen weil sie teilweise schöne Materialien haben, oft von anderen Freiwilligen, sie dann aber nicht nutzen. Manchmal weiß ich nicht, ob die Erzieherinnen einfach nur faul sind oder nicht wissen was sie damit anfangen sollen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung und mir bleibt nur über sie zu motivieren diese Dinge einzusetzen. Aber ich glaube Pumla fängt langsam an auch darin die Vorteile zu erkennen. Genauso war es mit den Puzzeln, es gab etliche aber kaum Eines war altersgerecht oder vollständig. Sodass ich zwei Tage mit puzzeln und beschriften bzw. aussortieren beschäftigt war.

Aber es folgten noch mehr deutsche Einflüsse. Neben dem Favoriten Aramsamsam steht Bello Bello dein Knochen ist weg ganz hoch im Kurs, danke Sabi für den Tipp. Im Video seht ihr gleich Aramsamsam, allerdings erst ziemlich zum Schluss.

Schon am zweiten Tag waren die Kinder ziemlich Textsicher und wenn es dann heißt, fasst euch an die Hände und bildet einen Kreis, geht das „Arabi“ gekreische schon los.

Das Highlights zu Schluss: Diese ganzen Eindrücke haben Mama und mich auf die Idee gebracht ein Packet in Deutschland zusammen zu stellen. Und was dabei heraus gekommen ist, ist beeindruckend. Danke an alle. Schon beim skypen habe ich Mama gesagt, sie solle bedenken, dass die Kinder wenn überhaupt englisch sprechen und gleich kam ihr die Idee den Kindergarten, „Unter den Linden“, in ihrem Bezirk zu fragen und natürlich Papa den Sammler. Wichtig war für mich, dass das Paket zeitnah ankommt damit ich zeigen, vormachen und helfen kann. Das Paket war zügig gepackt weil so viele von Euch helfen wollten. Mama musste dann ein bisschen selektieren und mein altes Zimmer ist jetzt ein KinderparadiesJ Es ist kaum zu glauben aber das Paket war zwei Wochen später hier, neuer Rekord!!! Ich habe mich gefreut als wären Ostern und Weihnachten an einem Tag.

Gleich am nächsten Tag bin ich mit Wassermalfarbe, Springseil,  Puzzle und Luftblasen gewappnet in den Kindergarten, ein Erlebnis.

Bevor wir aber richtig los legen konnten musste ich Pumla und schließlich auch den anderen Erzieherinnen erstmal zeigen wie das mit der Wasserfarbe überhaupt funktioniert, sie waren begeistert:

 

Seilchen springen:

Falls der eine oder andere auch etwas schicken möchte oder etwas Geld spenden möchte damit ich hier vor Ort etwas kaufen kann, kontaktiert mich doch bitte und dann können wir überlegen was und wie es am sinnvollsten ist.

Und so geht der Kindergarten Vormittag zu Ende:

 

 PS: Ich hab auch viee Videos gedreht, die ich euch so gern zeigen wollte, funktioniert hier aber leider nicht, sodass ihr kein Xhosa (mit interessanten Klicklauten) hören könnt.

Nisale kakuhle

 

Danke Mädels!

Freitag, 21.02.2014

Für eure bezaubernde Idee mit den Abschieds- Aufmunterungs- Erinnerungs- und Liebesbriefen! Eigentlich wollte ich diese erst öffnen wenn es mir mal nicht so gut geht, ich Zweifel, Heimweh habe oder sonstige doofe Gedanken. Da dies aber keineswegs abzusehen ist,  greife ich mit geschlossenen Augen in meinen Koffer und hole einen Brief heraus. Vorher frage ich mich immer von wem er wohl sein könnte und was dort geschreiben wird und ich bin immer wieder über euren Einfallsreichtum überrascht.

Heute Morgen warst du dran Jana! Und auch du hast mich mit deiner Krativität überrascht und verzaubert.

Daran habe ich nämlich noch gar nicht gedacht:

Der triste Himmel macht mich krank
Ein schweres graues Tuch
Das die Sinne fast erstickt
Die Gewohnheit zu Besuch
Lange nichts mehr aufgetankt
Die Batterien sind leer
In ein Labyrinth verstrickt
Ich seh` den Weg nicht mehr
Ich will weg, ich will raus
Ich will - wünsch mir was
Und ein kleiner Junge nimmt mich an die Hand
Er winkt mir zu und grinst:
Komm hier weg, komm hier raus
Komm, ich zeig dir was
Das du verlernt hast vor lauter Verstand

Refrain:
Komm mit
Komm mit mir ins Abenteuerland
Auf deine eigene Reise
Komm mit mir ins Abenteuerland
Der Eintritt kostet den Verstand
Komm mit mir ins Abenteuerland
Und tu`s auf deine Weise
Deine Fantasie schenkt dir ein Land
Das Abenteuerland

Neue Form, verspielt und wild
Die Wolken mal`n ein Bild
Der Wind pfeift dazu dieses Lied indem sich jeder Wunsch erfüllt
Ich erfinde, verwandle mit Zauberkraft
Die Armee der Zeigefinger brüllt:"Du spinnst!"
Ich streck` den Finger aus
Ich verhexe, verbanne, ich hab die Macht
Solange der Kleine da im Spiegel noch grinst


Refrain:
Komm mit
Komm mit mir ins Abenteuerland
Auf deine eigene Reise
Komm mit mir ins Abenteuerland
Der Eintritt kostet den Verstand
Komm mit mir ins Abenteuerland
Und tu`s auf deine Weise
Deine Fantasie schenkt dir ein Land
Das Abenteuerland

Peter Pan und Captain Hook mit siebzehn Feuerdrachen
Alles kannst du sehen, wenn du willst
Donnervögel, Urgeschrei, Engel, die laut lachen
Alles kannst du hören, wenn du willst
Du kannst flippen, flitzen, fliegen und das größte Pferd kriegen
Du kannst tanzen, taumeln, träumen und die Schule versäumen
Alles das ist möglich in dir drin, in deinem Land
trau dich nur zu spinnen, es liegt in deiner Hand

Komm mit!
auf deine eigene Reise
komm mit!
und tu's auf deine Weise!

Refrain 2x
Komm mit
Komm mit mir ins Abenteuerland
Auf deine eigene Reise
Komm mit mir ins Abenteuerland
Der Eintritt kostet den Verstand
Komm mit mir ins Abenteuerland
Und tu`s auf deine Weise
Deine Fantasie schenkt dir ein Land
Das Abenteuerland

Komm mit
Komm mit mir ins Abenteuerland
Auf deine eigene Reise
Komm mit mir ins Abenteuerland
Der Eintritt kostet den Verstand
Komm mit mir ins Abenteuerland
Und tu`s auf deine Weise
Deine Fantasie schenkt dir ein Land
Das Abenteuerland

Es liegt in deiner Hand!

Da ich zum Glück noch nicht alle Briefe gelesen habe und mich somit noch auf die meisten freuen darf:-) ist lediglich Jana an dieser Stelle namentlich erwähntLachend Aber ich möchte euch jetzt schon mal DANKE sagen.

Auf die anderen Briefe freue ich mich jetzt schon und wünsche euch eine jecke Karnevalszeit meine Lieben, lasst es ordentlich krachen und tut nichts was ich nicht auch tun würde.

Schön, dass es euch gibt!

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Sonntag, 09.02.2014

Wow, dass ist echt krass!

Und ich weiß, dass es an mir liegt Euch mit neuen Informationen und Impressionen  zu versorgen. Allerdings weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll weil ich soooo viel erlebe. Könnte nach wie vor ganze Romane schreiben aber leider komm ich nicht dazuZunge raus. Auch das Lesen inkl. Bilden durch Literatur und Englisch bleibt gänzlich auf der Strecke aber Hakuna Matat. Irgendwann ist das Wetter bestimmt auch hier mal schlechter und dann kann man sowas bestimmt besser umsetztenZwinkernd Obwohl mich das schon manchmal in einen Zwiespalt bringt, was mache ich mit und wann klinke ich mich aus. Die Gruppe ist momentan einfach toll und wahnsinnig unternehmungslustig und deshalb möchte ich so viel wie möglich mit erleben, allerdings hab ich ja auch noch fünf Monate vor mit und lerne bestimmt weitere tolle Volontäre kennen aber mit diesem Gewissenkonflikt kann ich ganz gut umgehen und wenn irgendwann kein Geld mehr da ist, brauche ich diese Entscheidungg nicht mehr treffen:-)

Ja, wie schon erwähnt sind wir eine tolle Truppe aus 12 unterschiedlichen Menschen und Charaktere, dass ist spannend und interessant aber wie ihr euch vorstellen könnt auch anstrengend aber ich wusste ja, dass dies unter anderem eine Herausforderung für mich ist! Elf Mädels und Jan bedeutet ständiges Chaos in Küche und Bad und grundsätzliche Internetüberlastung, daher ist skypen im Moment nur unter erschwerten Bedingungen möglich denn zur Internetüberlastung (daher auch momentan nicht so viele Fotos im Blog,dss dauert ne halbe Ewigkeit und da ich noch nicht so verschmolzen bin mit der südafrikanischen Mentalität bin ich dafür zu ungeduldig:-))kommen erschöpfte Raumkapazitäten. Abends hört man hier in er Wohnung aus den unterschiedlichsten Ecken diverse Sprachen und Gelächter, Eindrücke des Alltags.

Um Allen die Bedenken zu nehmen, dass ich bald am Existenzminimum leben muss, dem ist nicht soÜberrascht Vieles ist hier wirklich günstig wenn man sich nicht gerade in den Touristenhochburgen aufhält und dort isst, trinkt und shoppen geht und natürlich das südafrikanische Einmaleins des falschen beherrscht.  Was toll ist, dass wir meist in einer großen Gruppe unterwegs sind und uns viele Kosten teilen können. Wir haben uns zum Beispiel vergangenen Freitag für eine Woche einen Leihwagen gemietet, diesmal allerdings einen kleineren (VW Polo) und zahlen dafür 1500 ZAR, dass sind 30€ für Jede und bisher haben sich die zwei Tage schon sowas von gelohnt, dass schon mal vorab.

Nächstes Stichwort -Alltag- den gibt’s hier nicht. Mein Tagesablauf sieht in der Regel so aus, dass Patricia und morgens um 7:30h abholt und dann zum Kindergarten ins 15-minütig entfernte Township Asanda Village bringt und uns um 12:30h von dort auch wieder abholt. Danach essen wir meist zusammen, wobei nicht alle Mitbewohnerinnen im Kindergarten arbeiten und daher auch andere Arbeitszeiten haben. In dem Kinderheim, indem ich auch noch eingesetzt werden, sind die Arbeitszeiten nicht so angenehm und das ist auch noch  ein Grund warum ich jetzt schon so viel wie möglich unternehmen möchte weil die Kinder dort eben auch am Wochenende betreut werden müssen. Nach den Mittagessen und einer kurzen Ruhephase, dass hört sich jetzt wirklich komisch an aber ich kann euch sagen, dass diese nötig ist weil die Arbeitsbedingungen nicht immer nur angenehm sind (Lautstärke, räumliche inkl. Sanitäre Bedingung, Luft und Klima), geht’s dann entweder einkaufen, an den Strand, zu sonstigen Unternehmungen oder was auch immer. Die Zeitspanne für sportliche Aktivitäten an der frischen Luft beschränkt sich auf ca. zwei Stunden am Abend. Dies liegt daran, dass zwischen sechs und acht die Temperaturen angenehmer sind und die Sonne noch nicht unter gegangen ist. Nach Sonnenuntergang sollte man nur noch in größeren Gruppen, bestenfalls mit Männern, unterwegs sein. Ich habe mich gerade selbst gefragt was wir immer so machen aber die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.

Letzte Woche waren wir zum Beispiel einen Nachmittag bei Patricia (Koordinatorin, Vermieterin, Organisatorin und Mutti) zum Braai eingeladen, afrikanischen Barbecue. Wie hierzu in jedem guten Reiseführer zu lesen ist, sollte man dort niemals hungrig hingehen aber bei uns ist das sicherlich etwas anderes, dachte ich. Falsch gedacht denn afrikanisch ist afrikanisch und bleibt auch so. Patricia wohnt nicht weit von hier entfernt und wir wurden direkt mit Chips und Sangria begrüßt und konnten uns dann mit Britney,

die uns bestens unterhalten hat, an den Pool fläzen. Zwei, drei Gläser Sangria in der Sonne taten ihr übriges aber von Essen noch keine Spur. Um das ganze etwas zu verkürzen, wir wurden um 15h abgeholt, um 19h gabs einen Salat und um 21h fantastisches Essen.

Dienstag hatten wir zum Beispiel frei weil es Unruhen im Township gab, eine ziemlich eindrucksvolle Situation. Am Montag wurd‘s auf einmal hektisch im Kindergarten. An diesem Tag hatte ich auch meine Kamera mit um ein paar Fotos von den Kindern zu machen, natürlich für meinen Blog, damit ihr euch Alles etwas besser vorstellen könnt. Dann meinte die Erzieherin, ob ich mitkommen wolle, hier um die Ecke reist die Regierung gerade Häuser ab. Das musste ich mir natürlich anschauen. Und zwar geht es dabei um folgendes. Ca. 80% der afrikanischen Bevölkerung und ausschließlich Schwarze leben in den sogenannten Cape Flats. Die Menschen dort sind sehr arm und zu 40% arbeitslos. Alles was sich dort abspielt ist nahe an der Illegalität, so auch der Wohnraum.

Die Townships bestehen größtenteils aus Blechhütten, es gibt nur wenige Steinhütten. Es gibt ausgewiesene „Grundstücke“ auf denen eine Hütte errichtet werden darf. Oft stehen daneben dann aber auch noch die Hütten von Geschwistern, Cousinen usw. um Geld zu sparen. Diese sind dann illegal und nicht an Wasser- und Stromversorgung angeschlossen. Das Ziel der Regierung ist es, die illegal errichteten Siedlungen durch Steinhäuser, die registriert s und an Strom- und Wasserversorgung angeschlossen, sind zu ersetzten. Grundsätzlich wahrscheinlich keine schlechte Idee,  allerdings müssen die Menschen dafür dann  bezahlen und dass wollen oder können sie nicht. Zu diesem Zweck hat die Polizei die Menschen aus einem Block vor ca. drei Wochen darüber in Kenntnis gesetzt, dass Sie ihre Häuser verlassen müssen und Andere mieten müssen. Das haben einige gemacht und einige eben nicht, wie das so ist. An diesem besagten Montag hat ein riesiges Polizeiaufgebot mit Bulldozern die Häuser abgerissen und den Block dem Erdboden gleich gemacht. Dagegen haben sich die Menschen gewährt. Die Situation war für mich aber nicht ganz einfach einzuschätzen weil die Beziehung zwischen Polizei und Bevölkerung angespannt ist. Die Cape Flats Bewohner sagen mir, dass die Polizei einfach schießen dürfte und dies auch täte. Gegenseitiger Respekt ist hier nicht gegeben. Mittwoch ging dann schon das Gerücht um, dass es einen Toten gab, das hat sich nicht als wahr heraus gestellt. Lange konnten wir allerdings nicht bleiben und uns das Szenario anschauen weil es dann wirklich zu gefährlich wurde und ich auch angepöbelt wurde weil ich Fotos gemacht hab, da hatte ich nen bisschen Schiss.

Ansonsten fühle ich mich hier aber sicher. Man muss schlicht und einfach ein paar Regeln beachten und dann kann man hier recht sicher aufhalen, so ist mein Eindruck. Das Gute ist auch hier wieder, dass wir oft in einer großen Gruppe unterwegs sind und ich von den Erfahrungen der anderen profitieren kann die schon öfter hier waren z.B. Geld beim Taxi fahren sparen, indem man sich mit sechs Mädels in ein kleines Taxi quetscht nachdem man den Zugfahrplan Samstag und Sonntag verwechselt hat..       .

Was ich euch noch erzählen wollte, ich hatte echt Glück mit meinem Visum. Offensichtlich ist es gar nicht einfach ein so langes Visum, wie ich es hab, zu bekommen. Zwei Mitbewohnerinnen haben nur ein Besucher Visum erhalten und haben dann von hier aus versucht dies zu verlängern. Andere mussten ein Arbeitsvisum beantragen und wieder Andere halten sich hier sogar „illegal“ auf. Da kann ich echt nur von Glück sprechen. Also, gut gelaufenJ Ansonsten haben die Anderen alle über eine Vermittlungsorganisation in Deutschland gebucht und mussten dafür zusätzlich zahlen auch hier hab ich echt Glück gehabt! Franz im Glück, hihihiiii

Jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben, ich hoffe es war nicht zu lang. Mein Bestreben war es eigentlich euch zeitnah kurze Infos zu geben aber das kriege ich momentan nicht so ganz umgesetzt. Daher müsst ihr euch diese langen Berichte etwas einteilen. Übrigens freue ich mich immer sehr über eure Kommentare und riesig darüber, dass ihr meinen Abendteuer so verfolgt, dass ist nen super Gefühl.

Ja, wie ihr raus gehört habt geht’s mir hier super und es ist ein wahnsinns Glück dies erleben zu dürfen und jetzt werde ich doch tatsächlich auch ein bisschen sentimental und kann es teilweise kaum glauben was im letzten halben Jahr passiert ist. Danke Mama und Papa, dass ihr mich dabei so toll unterstütz habt und mir diesen Traum ermöglicht habt. Ich denke bei allen tollen Erlebnissen schon daran, die dann bald mit euch zu teilen. Ihr dürft euch schon jetzt freuen. Euer großes Kind hat euch sooo lieb!

 

Zum Schluss noch ein Ratespaß: Wer kennt den Löwen im Schafspelz?

   

Das Weinfest war übrigens super!

Die Malermeister rücken an

Mittwoch, 29.01.2014

 

Da sich die Kindergärten im Township um uns reißen und es nicht genügend Freiwillige für Alle gibt, haben wir heut mal einem anderen Kindergarten einen Besuch abgestattet und damit eine große Freude bereitet. In diesem Kindergarten werden ab Februar 140 Kinder betreut und er ist ca. 50 Quadratmeter groß und in zwei Gruppenräume, Küche und „WC“ aufgeteilt. Und davon haben wir einen bemalt.

Schaut selbst:

 

 

        

Es ist großartig den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zauber. Aber nicht nur die Kinder freuen sich, sondern auch die Erzieherinnen und das ganze Viertel! Allerdings haben die Erzieherinnen wirklich gedacht, wir hätten alle Kunst studiert

Sonnige Grüße hier aus Strand!

 

PS: Es war sauheiß, es hat gestunken und die Wandfarbe war vorgegebenZunge raus

Sieben Tage Südafrika….

Dienstag, 21.01.2014

 

 

…schon jetzt unvergesslich und damit melde ich mich auch mal wieder bei euch! Mama sagt immer, wenn ich nichts von euch höre geht’s euch gut, sie soll Recht behalten. Und zwar geht’s mir sowas von gut. Es fällt mir in der Tat schwer, dies hier alles in Worte zu fassen aber ich gebe mein bestes und fange dafür mal ganz vorne an.

Wie ich bereits erwähnt habe, hat mit dem Flug alles gut geklappt. Papa hat mich am Dienstag Abend nach Düsseldorf gebracht und auf dem Weg dorthin musste er unbedingt auf die Toilette und dies laut Papa am liebsten bei Mc Donalds und jetzt dürft ihr dreimal raten wen wir dort ganz zufällig getroffen haben:-)

Aber wir waren gut in der Zeit und konnten die Zeit zusammen noch genießen. Ich war wirklich überrascht denn auch mit dem Koffer packen usw. hat es gut geklappt. Ich weiß allerdings nicht, ob Papa das genauso siehtKüssend Natürlich ging der Koffer nicht auf anhieb zu aber ehrlich gesagt hätte mir auch alles andere Sorge bereitet.

Ich bin dann von Düsseldorf nach Dubai ca. fünf Stunden geflogen und somit gegen 2:00h dort angekommen. Da ich dort Zeitverschiebung hatte musste ich lediglich zwei Stunden warten, um den Flieger um 6:00h nach Cape Town anzutreten.  Dieser war nicht ganz so angenehm wie der vorherige denn das Flugzeug war deutlich kleiner, dadurch hatte ich auch weniger Platz und es war nicht so gut ausgestattet wie der vorherige Flieger aber das ist meckern auf hohem Niveau denn zuvor hatte ich eine ganze dreier Sitzreihe für michCool


Auf dem Cape Town Flughafen habe ich ca. 10min verbracht denn auch hier hat alles reibungslos geklappt. In der Empfangshalle hat Patricia mich dann endlich in Empfang genommen. Ich war glücklich und zufrieden endlich hier angekommen zu sein. Auf der Fahrt zur Wohnung hat sie mich noch über ein paar wichtige Dinge/Verhaltensweisen für Südafrika geklärt. Für mich habe ich festgelegt, ich habe weder Angst noch bin ich misstrauisch aber an gewisse Spielregeln muss man sich hier insbesondere als weiße Frau halten. Sicherheit geht vor, dass spürt man auch hier im Haus. Jeder von uns hat einen Schlüssel mit einer Art Fernbedienung, damit ist die Haustür zu Öffnen. Um hier in die sechste Etage zu kommen muss man den Aufzug benutzten und dieser ist nur mit einem Chip zu betätigen. Das heißt, hier sollte keiner außer den Bewohnern hinein kommen.

Als ich hier ankam waren neben mir noch Jan, Hanna, und Luisa in der Wohnung. Livia aus der Schweiz haben wir auf dem Weg vom Flughafen hierher aus dem Projekt abgeholt. Hanna und Olga waren zu dieser Zeit gerad beim Sport. Sie haben mich alles sehr herzlich empfangen. Insbesondere für die Eingewöhnungszeit wars sehr angenehm, dass alle deutsch sprechen.

Ich teile mir mit Olga ein Dreibettzimmer, laut Patricia ist dies das Erwachsenen ZimmerJ Olga ist 30 und wir verstehen uns sehr, sehr gut. Ich bin froh, dass sie auch hier ist. Die anderen sind zwar auch super nett aber alle deutlich jünger, so zwischen 18-23 Jahre und das merkt man teilweise  auch. Allerdings bleibt auch Niemand so lange hier wie ich, die meisten ca. zwei Monate. Das heißt ich werde in der Zeit hier viele neue Menschen kennen lernen. In der „Hauptsaison“ sind wir zwölf Personen, dass wird sicherlich spannend.

Patricia hat mir angeboten, dass ich Donnerstag zu Hause bleiben kann, um mich erstmal zu organisieren. Erst habe ich überlegt, es dann aber doch angenommen und das war gut so. Wie ihr euch vorstellen könnt, hatte ich weder die letzten Tage zu Hause noch hier in Afrika Schlafprobleme. Donnerstagmorgen bin ich aufgewacht und erstmal direkt runter gegangen, um zu gucken, ob das hier alles Wirklichkeit ist. Später sind wir dann zum Strand, was bedeutet einmal über die Straße zu gehen. Da haben mich die anderen auch in die Wochenendplanung eingeweiht. Es ist super, dass Olga und Jan schon ein paar Mal hier in Südafrika waren und sich wirklich gut auskennen, davon profitieren wir sehr. Für das WE haben sie einen Achtsitzer gebucht. Allerdings kann den so recht keiner fahren denn hier muss man 21 sein und eine funktionierende Kreditkarte haben, ich sollte wohl die Fahrerin sein, hab mich aber auch angeboten. Dies vor dem Hintergrund, dass ich dachte, ich sei schon mal links gefahren, wie sich später heraus stellte ein Irrtum.

Freitag sind wir dann erstmal nach Kapstadt rein. Dort viel mir dann auch ein, dass ich meine Wanderschuhe zu Haus vergessen hatte. Doof, weil wir später noch den Devils Hill hoch wandern wollten. Die Anderen meinten dafür bräuchten wir festes Schuhwerk. Ich habe mich ein zweites Mal für Trekking Sandalen entschieden, schweren Herzens. Es stellte sich heraus, dass diese dringend erforderlich waren. So ganz wusste ich nicht worauf ich mich eingelassen habe. Klar war, wir wollen da hoch wandern und von dort aus den Sonnenuntergang bestaunen. Bepackt mit ein paar Leckereien inklusive Wein sind wir da hoch. Ich hatte mir das irgendwie einfacher vorgestellt. Es war richtig anstrengend aber auch wunderschön. Wandern würde ich den Aufstieg allerdings nicht nennen sondern Bergsteigen oder Klettern  und meine Wanderschuhe wären perfekt gewesen.  


 

Auch für Samstag hatten wir einen straffen Zeitplan. Zuerst gings zum bisquite market und dann zum green market. Auf dem bisquite market stellen Jungdesigner ihr Kunst aus, die Hauptsächlich aus Naturmaterialien hergestellt wird. Fluch und Segen zugleich - ein Paradies für mich. Ich hätte locker einen Großteil meiner Urlaubskasse dort lassen können, habe mich dann aber zurück gehalten und konnte einer Holzsonnenbrille, Tuch und Stirnreifen nicht wiederstehen. Die Dame die mir das Tuch verkauft hat, hat mir dann auch gleich noch einmal gezeigt wie ich damit ganz professionell einen Turban binde, natürlich hab ich das in einem Video festgehalten und es klappt auch bei mirUnschuldig Ihr müsst euch diesen Markt vor einer atemberaubenden Kulisse (blauer Himmeln und Berge im Hintergrund) mit vielen jungen ausgeflippten Menschen, fröhlicher Musik und den verführerischsten Leckereien vorstellen, dann habt ihr ein ungefähres Bild.

Auf dem green market habe ich dann auch nochmal etwas Geld gelassen. Hier kann man insbesondere traditionelle Handarbeit kaufen. Den Samstag haben wir dann gemütlich ausklingen lassen. Erstmal ein Bierchen am Caps Bay

und dann gings in ein traditionelles Restaurant. Auch hier war ich mal wieder hin und weg. Tolle Stimmung, super Essen, ein perfekter Abend. Ich habe bei marco‘s africa place die serengeti Platte bestellt die aus Krokodil, Springbock und Strauß besteht.

Dann sind wir ziemlich müde nach Haus gefahren. Die Verkehrsbedingungen sind ein extra Thema von dem ich euch bei gegebener Zeit berichten werde aber das wird heut wahrscheinlich alles zu viel. Natürlich will ich euch auch von meinem Projekt erzählen aber auch das bedarf eines extra Eintrags. Es sind soooo viele Eindrücke aber es ist toll, soviel schon mal vorab. Auch komme ich bisher sehr gut mit den Lebensverhältnissen der Menschen zurecht, ich habe das Gefühl die sind alle verhältnismäßig glücklich. Ich habe es Mama versucht so zu erklären, dass ich lieber ein afrikanisches armes Kind (nicht sehr, sehr arm) wäre als ein vor dem Fernseher abgeschobenes Hartz IV Kind. Hier können sich die Kinder mit Kleinigkeiten beschäftigen und wirken glücklicher. Mag sein, dass ich dies in einiger Zeit anders sehe aber das ist erstmal der Erste Eindruck.

Um das Wochenende zu vervollständigen waren wir Sonntag noch in einem Township zum Barbecue. Das sollte eigentlich ein Geheimtipp sein, dieser scheint sich aber schon rumgesprochen zu haben. Diese „Party“ ist wirklich schwer zu erklären. Wahrscheinlich weil es schon schwer die Atmosphäre in den Townships zu erklären. Man geht also erst zum Metzger bei dem  die Auswahl zwischen Tonnen von Fleisch schwierig ist. Wir haben ca. 3kg Fleisch bestellt und dafür 210 ZAR bezahlt. Da es sehr voll war mussten wir ein wenig warten. Dann gings ab zur Party. Hier waren hauptsächlich junge Leute und darunter Volunteers, Backpacker, Surfer, Einheimische usw. Wir haben uns sehr wohl gefühlt allerdings musste ich ja fahren. Ein DJ hat dann noch aufgelegt und nach kurzer Zeit herrschte dort eine Luftfeuchtigkeit von 100%. Mit dem Alkoholpegel bei 30C° stieg auch die Freizügigkeit aller, mein Alkohol Pegel stieg nichtUnentschlossen


Seid beruhigt, ich werde euch in Zukunft nicht von jedem Wochenende so ausführlich berichten, zumal wir am nächsten eine kleine Party hier in unserem Apartment machen werden und dies getreu dem Motto wer blöd frag kriegt auch ne blöde AntwortJ

So, das wars jetzt erstmal wieder von mir. Ich schicke euch sonnig warme 32C° Grüße nach Deutschlad!

Hallo Südafrika

Donnerstag, 16.01.2014

 

 

Hallo ihr Lieben,

jawohl ich bin da und alles hat super geklappt. Ich bin hier gestern um halb fünf „meiner“ Zeit (ich wollte erst unsere Zeit schreiben) angekommen. Der Flug von Dubai nach Cape Town hat sich allerdings noch ganz schön hingezogen aber jetzt bin ich hier und hab schon die erste Nach hinter mir und ich hab natürlich gut geschlafen. Ich wurde hier sehr freundlich empfangen von ausschließlich deutschenLächelnd Aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Aber zum ankommen war das sehr angenehm weil mein Gehirn schon auf Durchzug geschaltet hatte.

Momentan wohnen wir hier zu siebt. Die Informationen die ich euch vorher gegeben habe, sind nicht so ganz richtig. Ich hab gedacht wir wohnen hier zu sechs, ihr könnt das ganze mal zwei nehmen, so viele Betten gib es zumindest. Ich teile mir mit Olga ein drei Bett Zimmer, das „Erwachsenen- Zimmer“ laut Patricia. Olga ist 28 und hat sich auf Grund von Umstrukturierungen im Job ne Auszeit genommen. Die anderen Mädels und Jan sind jünger aber auch sehr nett. Gestern Abend waren wir schon nen Weinchen trinken.

Wenn ich hier am Küchentisch sitze und durch die Fensterfront das Meer sehen kann,

kann ich’s immer noch nicht fassen. Heute habe ich noch einmal frei, um mich zu organisieren und Koffer auszupacken etc. Meine erste Aufgabe wird es gleich sein eine Kaffeemaschine oder ähnliches zu ergattern!

So, das waren erstmal die wesentlichen Informationen die ich euch nicht vorenthalten wollte aber jetzt will ich raus und mein neues zu Hause entdecken.

 

Ich lass von mir hörenJ

 

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